Die Wirtschaft braucht dringend mehr IT-Fachkräfte – doch woher nehmen?

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Wirtschaft wächst durch IT

„30 Prozent der Wettbewerbsfähigkeit und 50 Prozent der Produktivitätssteigerung der heimischen Wirtschaft gehen auf das Konto der IT“, sagt Dipl.-Ing. Wilfried Seyruck, Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie der UBIT. „Eine fundierte IT-Ausbildung ist praktisch eine Job-Garantie. Krisenfestes Einkommen und interessante Berufsperspektiven inklusive.“

Warum hat sich dieser Umstand aber trotz Internet, Sozialen Medien und Co gerade unter den Jugendlichen noch nicht herumgesprochen? Liegt die Ursache am fehlenden Interesse oder doch an fehlender Information?

Berufsinformation wird an Schulen leider noch immer klein geschrieben und hier schafft auch die berufspraktische Woche, wo Eltern krafthaft versuchen, ihren Nachwuchs im Unternehmen von Bekannten unterzubringen, um zur erforderlichen Bestätigung zu gelangen, keine Abhilfe. Auch im Unterricht kommt die Vielzahl an möglichen Berufsbildern in der Unterstufe nach wie vor zu kurz. „Beim Karriereforum, das die Salzburger Nachrichten alljährlich in Salzburg und Linz veranstaltet, berichten uns Jugendliche, dass so 3-5 Berufsbilder in den Unterricht eingebaut werden und dann streift man noch ein bisschen das Thema Bewerben,“ sagt Mag. Andrea Starzer MBA, Geschäftsleitung JOBshui. Mehr als 200 verschiedene Lehrberufe werden in Österreich ausgebildet und wenn wir genau nachdenken, fallen uns davon vielleicht spontan selbst 20 ein.

Die Jugend rechtzeitig begeistern

Was so einfach klingt, stellt sich in der Praxis als schwierig heraus, da es vielmals an Information fehlt. „Die Berufsbilder sind bei der WKO sehr gut aufbereitet. Neben Arbeitsinhalt und Lehrdauer gibt es einen guten Überblick auch über verwandte Berufe und Trends; leider verirren sich dorthin die wenigstens Jugendlichen, das stellen wir bei der Karriereberatung immer wieder fest. Die Schule könnte diese Lücke leicht schließen; es macht eventuell mehr Sinn eine Berufsgruppe vorzustellen als eine Buchpräsentation nach Wahl zu verlangen. Klar sind auch die Eltern hier gefragt“ so Starzer, selbst Mutter einer 17jährigen. (Link: https://www.wko.at/Content.Node/Service/Bildung-und-Lehre/Lehre/Ausbildungsqualitaet/Ausbildungsdokumentation.html)

Wer schon früh den Spaß an technisch, naturwissenschaftlichen Fächern für sich entdeckt, hat auch einen besseren Zugang zu IT und Technik im Berufsleben und im Alltag. Auch für Mädchen sind hier spannende Berufsfelder dabei. Frauen in der Technik sind schier Mangelmangel und der rege Austausch von Schule und Wirtschaft ist auch hier wichtig.

Mädchen in der Technik

Warum die IT noch immer Männerdomäne ist, ist unklar. „Eine ausgewogene Mischung in Teams ist auch in der IT wichtig. Ich habe während meiner langjährigen Tätigkeit in einem IT-Unternehmen keinen IT-Bereich kennen gelernt, den eine Frau nicht genauso gut hätte abdecken können“, so Starzer. Gerade wenn es um Kommunikation im Team geht, bringen es Frauen hier oft viel leichter auf den Punkt.

Wann kommt die Schulreform?

Während man immer fleißig über schulautonome Tage, Skikurs, Wandertag und mehr Turnstunden diskutiert, regt die Wirtschaft gerne an, hier auch über eine Reform im Unterricht selbst nachzudenken. Je bekannter die Chancen im IT-Branchenumfeld sind, je mehr über coole Karrierewege in der IT berichtet wird und je einfacher der Zugang ist, umso leichter wird sich auch die Begeisterung unter den Jugendlichen durchsetzen ODER es muss ein neues Unterrichtsfach geben, das mehr ist als eine Alibi-Berufsinformation. Am Beispiel von Whatchado sieht man, wie erfolgreich Berufsbilder auch modern transportiert werden und welch hohen Zulauf diese Form der Berufsinformation hat.

 

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